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Wasserflaschen werden klimafreundlicher

Materialwissenschaftlerin kann Recyclatanteil bei PET-Produkten auf 100% erhöhen

Wasserflaschen werden klimafreundlicher (I17653)

Tanja Klemens

Während ihrer Master-Thesis entwickelte die Materialwissenschaftlerin Tanja Klemens eine PET-Flasche mit erhöhtem Recyclatanteil. Die 27-Jährige arbeitet als Laborleiterin bei der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen GmbH + Co. KG Heilbrunnen. Die Grundlagen für ihren Beruf erlernte sie am Hochschulcampus Tuttlingen der Hochschule Furtwangen (HFU) in ihrem Masterstudium „Angewandte Materialwissenschaften“.

„Das Ziel meiner Thesis war es, den Recyclatanteil von PET-Flaschen (PET = thermoplastischer Kunststoff) zu erhöhen, ohne dabei die Qualität der Flasche zu beeinflussen beziehungsweise diese nur in vertretbarem Rahmen zu beeinflussen“, meint Klemens. Denn je mehr Recyclate bei der Herstellung verwendet werden, umso nachhaltiger und umweltfreundlicher ist die Verpackung. „Es werden deutlich weniger fossile Brennstoffe verbraucht und weniger PET wird dem sogenannten Downcycling-Prozess zugeführt“, sagt Klemens über ihre klimaschonende Entwicklung.

Ihre Abschlussarbeit betreuten Studiendekan HFU-Professor Dr. Ulrich Gloistein (Fakultät Industrial Technologies) und Geschäftsführer Ulrich Lössl (Bad Dürrheimer).

Bis zur Arbeit von Tanja Klemens 2018 wurden die Flaschen von Bad Dürrheimer aus 55 Prozent Recyclat und 45 Prozent Neumaterial hergestellt. „Zusammen mit den Herstellern für die PET-Flaschen beziehungsweise deren Vorformlingen, habe ich Versuche durchgeführt und die Qualität von Flaschen von 0 bis 70 Prozent Recyclat betrachtet.“ So prüfte sie beispielsweise den Einfluss auf die Elastizität der Flasche und deren Barriereeigenschaften gegenüber CO2. Das Ergebnis war überraschend: Es stellte sich heraus, dass die Qualitätseinbußen bei 70 Prozent Recyclat gegenüber Flaschen aus 100 Prozent Neumaterial geringfügig waren. „Deshalb sind wir noch einen Schritt weitergegangen und haben den Recyclatanteil auf 100 Prozent erhöht!“

Der positive Effekt auf die CO2-Emmissionen ist enorm: So werde durch den Einsatz von Flaschen aus 100 Prozent Recyclat 40 Prozent der CO2-Emissionen gegenüber Flaschen aus 55 Prozent Recyclat eingespart. Minimale "Schönheitsfehler" im Material, die die neue Zusammensetzung mit sich bringen, nimmt das Unternehmen der Nachhaltigkeit zuliebe in Kauf.