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Mikro und Nanosysteme: Der Schlüssel zur Behandlung der großen medizinischen Herausforderungen

Studium Generale Vortrag von Prof. Dr. Karsten Seidl

Wesentlicher Treiber medizintechnischer Innovationen sind Mikro- und Nanosysteme; sie ermöglichen komplexe Implantate. Die Sensoren sind eingebettet mit integrierter Elektronik, Aktorik und Signalverarbeitung und bilden smarte Systeme. Durch den Einsatz von Chemo- und Biosensorsystemen sind personalisierte Therapien möglich. Es ergeben sich vielversprechende Anwendungen bei der Behandlung der großen Herausforderungen der Medizin wie beispielsweise Krebs, neuronalen Krankheiten und Diabetes.

In dem Vortrag werden exemplarisch neueste Entwicklungen der medizinischen Drucksensoren vorgestellt, die bei der Erfassung des Hirndrucks, Augeninnendrucks und bei der Blutdruckmessung zum Einsatz kommen. Ein weiteres Beispiel wird anhand der Entwicklung von hochsensitiven optischen Sensoren gegeben. Diese bieten vielversprechende Anwendungen in der Molekular- und Zelldiagnostik. Aus kleinsten Probenmengen wie Speichelabstrich, Urin oder Blut kann die DNA/RNA von Viren und Bakterien extrahiert und detektiert werden. Abschließend werden aktuelle technologische Trends der mikrofluidischen Systeme zur miniaturisierten Detektion von Einzelbasen der DNA (Sequenzierung), zur Untersuchung von zirkulierenden Tumorzellen (CTC) und zum Aufbau von ganzen Zellsystemen, sogenannten Organs-on-Chip, gegeben.

Zur Person
Karsten Seidl ist seit 2018 an der Universität Duisburg-Essen Professor für Mikro- und Nanosysteme für die Medizintechnik. Zuvor war er unter anderem bei Fraunhofer und bei Bosch beschäftigt. Er studierte an der Technischen Universität Ilmenau, an der Johns Hopkins University in Baltimore (USA) und promovierte an der Universität Freiburg.

  • Datum
  • - Uhr
  • Veranstaltungsort
  • I 0.17
  • Campus Furtwangen