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Zehn Jahre IT-Hacken unter Anleitung

Fakultät Informatik der Hochschule Furtwangen blickt auf erfolgreiche Veranstaltungsreihe zurück – Thema bleibt hochaktuell

Vor zehn Jahren kam ein verrucht klingendes Thema auf die Veranstaltungsliste der Hochschule Furtwangen: Die Studierenden sollten zu Hackern werden und in der Aula an einem Hacking-Workshop ihre Kenntnisse erproben. Dies war der Beginn der erfolgreichen Reihe „Hack2Improve“, zu deutsch etwa: hacken um besser zu werden. Was hat es damit auf sich? Die Idee war, dass nur jemand, der die Schwachstellen einer Programmierung selbst durch Hacking findet, auch einen effektiven Schutz vor Hackern in IT-Produkte „einbauen“ kann. „Wir haben keinen Studiengang, aus dem Hacker hervorgehen sollen“, machte Prof. Dr. Olaf Neiße am 9. Mai 2019 bei der Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen klar.

Die Veranstaltung Hack2Improve richtet sich an Studierende aus dem Informatik-Bereich und wird von der Fakultät Informatik ausgerichtet. Jedes Jahr gibt es verschiedene Themen zu bearbeiten, etwa: dringe in ein Smartphone ein, manipuliere eine Website, schreibe eine App so um, dass sie dir die Nutzerdaten liefert, erhalte Passwörter und andere Daten. „Vor zehn Jahren hatten wir nicht gedacht, dass Hack2Improve so eine Erfolgsgeschichte wird“, sagte Prof. Dr. Mohsen Rezagholi, Dekan der Fakultät Informatik. „Facebook, Instagram und Co. tragen die Themen der IT-Sicherheit immer wieder in die Öffentlichkeit.“

Den Festvortrag hielt Sebastian Schreiber, Geschäftsführer der Firma Syss aus Tübingen. Er führte eindrucksvoll vor, wo Sicherheitslücken schlummern. Etwa bei der Alarmanlage, die mit einer Funk-Fernbedienung ein- und ausgeschaltet wird. Mit einer Funk-Armbanduhr kann man den übermittelten Code abgreifen, und sobald man die Logik der Zusammensetzung des Funkbefehls verstanden hat, lassen sich von der Armbanduhr aus fremde Alarmanlagen aus- und anschalten. „Ich bin froh, dass durch Hack2Improve mitgeholfen wird, die IT-Welt etwas sicherer zu machen“, sagte Schreiber. Er hatte ein paar „Hacker Spielzeuge“ mitgebracht. Etwa eine Wanze, die man ans Tastaturkabel eines Computers stecken kann, und die fortan jeden getippten Buchstaben abgreift.

Initiator der Veranstaltung ist Prof. Dr. Bertold Laschinger. Was hatte ihn dazu veranlasst? Alles fing mit einer E-Mail Anfrage der Firma Compass Security an: Ob man in Furtwangen eine große Hacking-Veranstaltung organisieren könne? Diese erste Veranstaltung war ein voller Erfolg: 290 Teilnehmer knobelten zwei Tage lang in der Aula. Über die Jahre änderten sich die Themen und die Orte innerhalb der Hochschule, an denen der Workshop stattfand. So wurden auch Hotelsafes geknackt, indem die verbauten Chips überlistet wurden. „Wir hatten stets mehr Anmeldungen als Plätze“, blickte Laschinger zurück. Mittlerweile leitet Prof. Dr. Olaf Neiße die Hack2Improve.

Zehn Jahre Hack2Improve an der Hochschule Furtwangen heißt auch zehn Jahre Unterstützung durch Firmen aus dem IT-Sicherheitsbereich – die sich mit finanzieller Unterstützung und mit der Anwesenheit ihrer Mitarbeiter als Betreuer des Events beteiligt haben. Es waren, in alphabetischer Reihenfolge, die Firmen Cirosec, Compass Security, Enno Rey NetzWerke, OWASP, Schutzwerk, SicSec und Syss. „Wir haben nie eine Absage bekommen, es war in jedem Jahr eine ganz tolle Zusammenarbeit“, blickte Laschinger zurück.

www.hack2improve.de