Ein interaktives Hörspiel - was ist das denn bitte?

Das neue mobile Game "Sound of Magic", das drei Alumni der Fakultät DM auf den Markt gebracht haben, begeistert die Branche

Ein interaktives Hörspiel - was ist das denn bitte? (I1)

Jan Ewald, Vanessa Riess und Kevin Scherer (v.l.n.r.) brachten das neue mobile Game "Sound of Magic" auf den Markt. Unterstützt wurden sie dabei von Prof. Jirka Dell'Oro-Friedl (ganz links).

Alles begann mit einem Forschungsprojekt im Masterstudiengang Medieninformatik: Vanessa Riess, Jan Ewald und Kevin Scherer wollten herausfinden, wie man bei einem mobilen Spiel auch die Fantasie der Spieler mit einbeziehen kann. Klassischerweise wird ja eine Grafik vorgegeben, so dass der Spieler nicht mehr selber überlegen muss, wie einzelne Figuren und Locations aussehen könnten. Um an dieser Stelle die eigene Kreativität der Spieler zu „ins Spiel zu bringen“, sollte daher auf diese Vorgabe verzichtet werden. Aber wie würden Nutzer auf einen blanken Bildschirm reagieren? Wie würden sie navigieren? Und wie könnte man ihnen die Navigation erläutern, ohne das Spiel zu unterbrechen? Würden Nutzer überhaupt in das Spielgeschehen hereinfinden? Wäre eine intuitive räumliche Steuerung ganz ohne grafische Anhaltspunkte überhaupt möglich?

Fragen über Fragen! Arbeit hatten die die drei Studierenden damit in den nächsten Semestern genug. Im Rahmen des Forschungsprojekts und der anschließenden Master-Thesis entwickelten sie weit über das geforderte Maß hinaus Prototypen, die nach verschiedenen Aspekten untersucht wurden. Am Ende des Studiums stand ein konsistentes Spielsystem, das „nur noch“ zur Marktreife gebracht werden müsste.

Im Rahmen ihres Start-Ups „Everbyte“, das sie bereits während des Studiums gegründet hatten, sowie der weiterhin tatkräftigen Unterstützung von Prof. Dell’Oro-Friedl stürzten sich Vanessa Riess, Jan Ewald und Kevin Scherer in diese Aufgabe. Finanzielle Unterstützung erhielten sie dabei von der MFG Medien und Filmgesellschaft Baden-Württemberg. Und die Mühe hat sich gelohnt: „Sound of Magic“ hat nach zwei Jahren die Marktreife erlangt und sorgt in der Branche für einiges Aufsehen – weit über Furtwangen hinaus. Tatsächlich haben die drei Spielentwickler, die bereits zwei andere mobile Spiele auf den Markt gebracht haben, mit „Sound of Magic“ ein neues Genre begründet: das interaktive Hörspiel.

Und das feiern auch die User: In den App-Stores ist „Sound of Magic“ bereits mehrere tausend Mal heruntergeladen worden und erhält von fast allen Spielern Bestnoten. Ein Google-Nutzer fasst es so zusammen: „Dieses Spiel ist eines der tollsten Apps, die ich kennengelernt habe. Für so etwas gebe ich gerne Geld aus. Vielen Dank an die Macher dieses Spiels. Einfach grandios!“  Ein anderer schreibt: „Mit Abstand das qualitativste mobile game das ich kenne. Lustig, einzigartig, grandiose Geschichte. (…)“ (Quelle: Bewertungen im Google-Play Store). Und die Rufe nach Fortsetzung werden immer lauter.

Somit zeigt sich: Ja, nach einer kurzen Eingewöhnung schafft es der Spieler tatsächlich, das Spiel intuitiv zu steuern und sich räumlich zu orientieren. Durch die sehr ausdrucksstarken Stimmen und die Soundeffekte erwachen die Figuren schnell zum Leben und der Spieler verliert sich in dieser Fantasiewelt, die sich ausschließlich in seinem Kopf abspielt. Nachdem ich das Spiel auch selbst getestet habe, kann auch ich sagen: „Note 1 – bestens gelöst!“ – und ich spiele normalerweise keine Games auf meinem Handy.

Eine Gruppe von Spielern wird sich über „Sound of Magic“ ganz besonders freuen: blinde Gamer. Denn ein Spiel, das ganz ohne Grafik auskommt, können auch sie uneingeschränkt spielen. Und dieses Genre bietet tatsächlich die Möglichkeit, dass blinde und sehende Gamer gemeinsam spielen könnten.

Wir sind gespannt, wann es die Fortsetzung von „Sound of Magic“ gibt, und was unsere drei Alumni bei „Everbyte“ noch so alles produzieren. Wir wünschen ihnen dabei viel Erfolg und vor allem viel Spaß!

 

Weitere Informationen zu „Sound of Magic“ gibt es hier:

 

Um einen ersten schnellen Eindruck dieses innovativen Prinzips zu erhalten empfehlen wir diesen kleinen Radiobericht, den SWR3 am 21.12.2018 in der Sendung PopUp ausgestrahlt hat (Dauer 2 Minuten): https://pdodswr-a.akamaihd.net/swr3/beitraege/2018/12/21/1081948.s.mp3

Im Rahmen einer Talkrunde unseres Campus-TV hatte Prof. Jirka Dell’Oro-Friedl die Möglichkeit, „Sound of Magic“ und die Umstände der Entstehung vorzustellen. Hier sieht man auch junge Leute, die zum ersten Mal damit interagieren (12 Minuten): https://glftv.de/wp-content/uploads/2019/01/GLF_2019_Interview_SoundOfMagic_JirkaDellOro.webm

Möchte man noch einen weiteren Eindruck zum Funktionsprinzip und den Stimmen aus dem Spiel erhalten, so empfehlen wir das Gameplay-Video (gut 6 Minuten): https://youtu.be/FAijERCabeg

Die Reaktionen in den Stores sind überwältigend und übertreffen auch die Erwartungen von Everbyte und Prof. Dell’Oro-Friedl bei Weitem! In beiden Stores erreicht das Spiel 4.9 von 5.0 Punkten und wird in den Bewertungen mit Superlativen bedacht. Siehe hierzu: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.everbytestudio.audiogames.soundofmagic und
https://itunes.apple.com/de/app/sound-of-magic/id1440471673

Sound of Magic“ wurde am 10.12.2018 veröffentlicht. Die offizielle Pressemappe findet man hier http://everbytestudio.com/Press/sheet.php?p=sound_of_magic&l=de#description