Neuer Studiendekan für Allgemeine Informatik

Seit 1. September 2018 ist Prof. Dr. Stefan Betermieux neuer Studiendekan für den Bachelor-Studiengang Allgemeine Informatik an der Fakultät Informatik. Er folgt damit auf Prof. Dr. Peter Fleischer.

Kontakt und Informationen

IN: Was ist die Hauptaufgabe eines Studiendekans?

BEST: So ein Studiengang besteht ja aus vielen verschiedenen Veranstaltungen, und für jede Veranstaltung ist ein eigener Dozent, eine eigene Dozentin zuständig. Der Studiendekan sorgt dafür, dass das Ganze auch zusammen gehalten wird, dass der rote Faden erhalten bleibt. Die Studierenden sollen ja gut auf das Berufsleben vorbereitet werden und einen guten Abschluss erhalten.

IN: Was verändert sich jetzt für Sie, wenn Sie offiziell Studiendekan für AIN werden, im Vergleich zu bisher?

BEST: Man bekommt auf jeden Fall mehr Besuch von Studierenden. (lacht) Es kommen jetzt bereits Studierende zu mir, die ganz allgemein auch einfach mal ihre Sorgen los werden wollen und die vielleicht Fragen haben, die man nicht direkt an eine bestimmte Veranstaltung oder einen Dozenten richten kann, sondern die übergreifender sind. Wobei man dann auch sagen muss, dass sich natürlich nicht jedes Problem immer gleich klären lässt. Da muss man dann noch mal nachfragen und eventuell erst einmal beruhigen und gut zureden.

IN: Also das „offene Ohr“ sozusagen?

BEST: Genau.

IN: War das auch Ihre Motivation, das Amt zu übernehmen?

BEST: Ja, durchaus. Ich war im letzten Jahr schon einmal Studiendekan für ITP und konnte schon mal ein bisschen „reinschnuppern“, dadurch wusste ich jetzt auch schon, was auf mich zukommt und dass das durchaus auch Spaß macht. Mein Interesse war geweckt und ich habe die Wahl dann auch gerne angenommen.

IN: Ihre Botschaft als Studiendekan an die Studierenden?

BEST: Die Tür steht offen, Sie können immer vorbeikommen. Ich bin Ansprechpartner und hoffe, dass die Hemmschwelle niedrig ist. Kann natürlich passieren, dass ich mal sage „Da kann ich leider nicht weiterhelfen“, aber ich kann dann ja zumindest weiter vermitteln.

IN: Was macht für Sie das Dasein als Informatiker aus?

BEST: Also ich muss sagen, meine Vorstellungen von der Informatik sind natürlich jetzt ganz anders als damals, als ich 18 war, als ich Abitur gemacht hab und überlegt habe, was ich studieren soll. Es sollte was mit Computern sein. Im Laufe des Berufslebens und der Informatikausbildung fällt einem dann auf, dass es immer mehr weg geht von dem Technischen und hin eigentlich zu Teamkompetenzen, zu Projektarbeiten. Die eigentliche Arbeit, die man dann vor dem Computer verbringt, nimmt eigentlich einen geringen Anteil ein im Informatikerleben. Das hat mir sehr gut gefallen, in Projekten zu arbeiten, Anforderungen aufzunehmen, zu überlegen, wie Menschen den Computer überhaupt nutzen. Das ist ja kein Selbstzweck, wir programmieren ja nicht irgendwas, damit der Computer was tut, sondern damit den Menschen – im besten Fall – Arbeit abgenommen wird und man damit auch Geld verdienen kann. Das sind alles so Aspekte, die wichtig sind, die wir auch im Studium vermitteln wollen. Damit die Studierenden eben nicht nur die „klassische“ Informatik, also Programmieren, lernen, sondern eben auch viele Veranstaltungen und Module haben, die in diesen Bereich hineingehen.

IN: Warum sollte man Ihrer Meinung nach Informatik studieren?

BEST: Also man sollte es studieren, wenn man natürlich ein Faible dafür hat, wenn man sich dafür interessiert. Ich kann gar nicht genau sagen, warum man es NICHT studieren sollte. Für mich war es von vornherein klar, in der Schule habe ich mich schon immer dafür interessiert. Aber ich kann mich auch durchaus in andere Person hineinversetzen, für die das eher ein Problem ist. Ich habe selber einen Sohn, der jetzt 18 ist und demnächst Abitur machen wird, aber keine Ahnung hat, was er später mal studieren wird oder ob er eine Ausbildung macht oder was auch immer. Diese Findung, was man mal machen möchte, das ist schon schwierig. Wenn man Interesse hat, sollte man zumindest mal das Studium wagen und wenn man dann im Studium merkt, dass das ja wirklich genau das ist, was man machen möchte, dann kommt alles andere auch von alleine.

IN: Und warum sollte man denn hier in Furtwangen Informatik studieren?

BEST: Ich persönlich komme aus Nordrhein-Westfalen, ich hab damals deutschlandweit nach Stellen gesucht und hab mich als Dozent dann für Furtwangen entschieden, weil es einfach wirklich ein nettes Kollegium war, auf das ich gestoßen bin. Hier ist es einfach eine nette, familiäre Atmosphäre. Für die Studierenden ist es natürlich auch von großem Vorteil, wenn die Fakultät Hand in Hand an einem Ziel arbeitet, dann kommt das auch so bei ihnen an. Und was so an Rückmeldungen kommt ist ja genau das, es ist familiär, man wird gut betreut, man hat eine schöne Landschaft um sich rum.

IN: Was gefällt Ihnen persönlich an der Stadt Furtwangen?

BEST: Ich bin gerne im Wald, ich bin gerne in der Natur. Ich laufe viel, im Winter auch Langlauf. Meine Frau sammelt gern Pilze, das sind so Sachen, die uns immer wieder hier her in den Schwarzwald ziehen. Wir wohnen mit unseren 3 Kindern in der Rheinebene, kommen aber deswegen öfter auch in der Freizeit hier hoch. Das sind so unsere persönlichen Vorlieben. Und im Sommer ist es hier 5 Grad kühler! (lacht)

IN: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die neuen Aufgaben!

 

Das Interview führte Vivian Schneider der Fakultät IN.