Sie möchten ihre internationales Lehr- und Forschungsprofil ausbauen und planen eine Kongressreise, einen Workshop oder eine Gastdozentur an einer ausländischen Hochschule? Verschiedene Programme bieten Fördermöglichkeiten und finanzielle Unterstützung für einen Aufenthalt im europäischen und außereuropäischen Ausland. Wichtige Hinweise zur Vorbereitung von Auslandsaufenthalten (u.a. Visum, Versicherung etc.) stellt die Informations- und Beratungsstelle EURAXESS für international mobile Forscher zur Verfügung.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) bietet außerdem aktuelle Länderinformationen und die Internationale DAAD-Akademie eine Vielzahl an Seminaren zur Vorbereitung des geplanten Auslandsaufenthaltes, z.B. Sprachkurse, Workshops zu Regionalkompetenzen oder zur Internationalisierung der Lehre.

Arabischer Raum

DAAD-Deutsch-Arabische Kurzmaßnahmen (mit Partnerhochschule in Tunesien, Marokko, Libyen, Jordanien oder Jemen)
Ziel des Programms ist der Aufbau und die Intensivierung wissenschaftlicher Kontakte zwischen deutschen Hochschulen und Hochschulen aus den Zielländern, um aktive Beiträge zur Verbesserung von Lehre und Ausbildung im Partnerland zu leisten. Gefördert werden Kurzmaßnahmen/Veranstaltungen wie Fachkurse, Sommerschulen, Anbahnungsreisen, Workshops, Seminare oder Tagungen in den Zielländern oder derartige Veranstaltungen in Deutschland mit arabischen TeilnehmerInnen vorrangig aus den Hauptzielländern.

Forschungs-/Lehr- und Studienaufenthalte von Studierenden, Wissenschaftlern und Hochschulangehörigen aus den Zielländern an deutschen Hochschulen bzw. von deutschen Hochschulangehörigen, Wissenschaftlern und Studierenden in den Zielländern, die im Zusammenhang mit einer Kurzmaßnahme stehen, werden ebenfalls gefördert. Gefördert werden hauptsächlich Mobilitätsmittel. Sach- und Personalmittel werden in notwendiger Höhe gefördert. Die Antragsfristen entnehmen Sie bitte der Ausschreibung.

Frankreich

Deutsch-Französische Ateliers
Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) fördert die Ausrichtung deutsch-französischer Ateliers für Nachwuchswissenschaftler, mit dem Zweck der Netzwerkbildung von Nachwuchswissenschaftlern und der Entwicklung des interkulturellen deutsch-französischen wissenschaftlichen Dialogs. Die deutsch-französischen Ateliers sollen im Rahmen einer wissenschaftlichen Thematik oder eines relevanten und innovativen interdisziplinären Ansatzes den Austausch zwischen deutschen und französischen Wissenschaftsgemeinschaften fördern. Anträge können laufend gestellt werden und müssen spätestens 3 Monate vor Beginn der Veranstaltung bei der DFH vorliegen. 

Japan

Alexander-von-Humboldt-Stiftung: JSPS-Forschungsstipendium für Postdoktoranden
Mit dem Forschungsstipendium der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) haben Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen aus Deutschland die Möglichkeit, ein Forschungsvorhaben in Kooperation mit einem wissenschaftlichen Gastgeber an einer universitären oder nationalen Forschungseinrichtung in Japan durchzuführen.

Mit dem JSPS Postdoctoral Fellowship (short-term) werden Forschungsaufenthalte von Doktoranden und Postdoktoranden aller Fachgebiete in Japan mit einer Dauer von 1-12 Monaten gefördert. Es werden jährlich bis zu 20 JSPS Postdoctoral Fellowships (short-term) vergeben. Längere Forschungsaufenthalte von 12-24 Monaten werden mit jährlich bis zu 16 JSPS Postdoctoral Fellowships (standard) gefördert.

USA

Fulbright-Reisestipendien
Die Fulbright Kommission stellt maximal 20 Reisestipendien pro Jahr für promovierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zur Verfügung, die einen mindestens dreimonatigen Lehr- oder Forschungsaufenthalt an einer wissenschaftlichen Einrichtung in den USA planen. Nicht gefördert werden der Besuch wissenschaftlicher Kongresse, Besuchs- und Vortragsreisen, fachliche Ausbildungen und Forschungsprojekte im Bereich der Humanmedizin sowie wissenschaftliche Gruppenreisen. Die Bewerbung muss mindestens 6 Monate vor der Abreise bei der Fulbright Kommission eingereicht werden.      

Fulbright-Stipendien für Doktoranden
Gefördert wird die Durchführung von Forschungsarbeiten in Zusammenhang mit dem eigenen Dissertationsprojekt. Die Förderung steht den Promovenden aller Fachbereiche offen. Von den Stipendiaten wird erwartet, dass sie nach Ablauf des Forschungsaufenthaltes an ihre Heimathochschule zurückkehren, um das Promotionsstudium dort zu Ende zu führen. USA-Vorhaben, die lediglich der Vorbereitung eines späteren Promotionsstudiums dienen, können im Rahmen dieser Förderung nicht berücksichtigt werden. Deshalb ist die reguläre Einschreibung in einen akademischen Studiengang an der amerikanischen Gasthochschule und die Erstattung etwa anfallender Studien- oder Hochschulverwaltungsgebühren nicht vorgesehen. Das Programm wird ganzjährig ausgeschrieben, Bewerbungen können bis 01. März für einen Aufenthaltsbeginn ab September und 01. Juli für einen Aufenthaltsbeginn ab Januar eingereicht werden.

Weltweit

Alexander von Humboldt-Stiftung: Feodor Lynen-Forschungsstipendien
Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Forschungsaufenthalte im Ausland für erfahrene Forscherinnen und Forscher sowie hochqualifizierte deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler aus allen Fachgebieten. Im Rahmen des Stipendienprogramms werden Forschungsaufenthalte für a) Postdoktoranden (6 bis 24 Monate) und b) erfahrene Wissenschaftler (6 bis 18 Monate, aufteilbar in bis zu drei Teilaufenthalte) gefördert. Die Stipendienhöhe variiert je nach Zielland und Lebenssituation. Es wird eine Beteiligung des Gastgebers an der Finanzierung des Stipendiums angestrebt. Eine Bewerbung ist jederzeit direkt bei der Alexander von Humboldt-Stiftung möglich. Über Bewerbungen entscheidet der Auswahlausschuss der Stiftung jeweils im Februar, Juni und Oktober.

Boehringer Ingelheim Fonds: Reisebeihilfen für Doktoranden und Postdoktoranden
Mit den Reisebeihilfen fördert die Stiftung Doktoranden und Postdoktoranden, die experimentelle Projekte in der biomedizinischen Grundlagenforschung durchführen und dafür klar definierte Methoden erlernen möchten, die wichtig für ihre laufende Forschung und für die Arbeit ihres Labors sind. Dazu unterstützt das Stipendium die Teilnahme an praxisorientierten Kursen oder Forschungsaufenthalte in einem anderen Labor. Förderungsfähig sind europäische Forscher, die entweder inner- oder außerhalb Europas forschen möchten sowie nicht-europäische Forscher, die in Europa forschen möchten. Reisebeihilfen werden für Aufenthalte von bis zu drei Monaten gewährt. Bewerbungen können jederzeit eingereicht werden, jedoch mindestens sechs Wochen vor der geplanten Abreise.

DAAD: Johann Gottfried Herder-Programm für emeritierte Hochschullehrer
Das Johann Gottfried Herder-Programm unterstützt und vermittelt den Einsatz deutscher emeritierter Hochschullehrer an ausländischen Hochschulen weltweit und wird seit 2014 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) fortgeführt.Es richtet sich an emeritierte und pensionierte deutsche Hochschullehrer aller Fachrichtungen, in Ausnahmefällen auch an Führungskräfte im Ruhestand aus Wirtschaft und Verwaltung, die Interesse an einem längerfristigen (mindestens einsemestrigen) Lehraufenthalt an einer Gasthochschule haben.
Bewerbungen von Dozentinnen und Dozenten sind jeweils bis zum 30. September bzw. bis zum 28. Februar einzureichen.

DAAD: Kongress- und Vortragsreisen
Mit Mitteln des Auswärtigen Amtes fördert der DAAD die aktive Teilnahme von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Kongressen im Ausland sowie Vortragsreisen ins Ausland. Förderungsfähig sind promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Doktoranden, die in das deutsche Wissenschaftssystem integriert sind und deren Lebensmittelpunkt langfristig in Deutschland liegt.

Die Förderlinie "Kongressreisen" ermöglicht die aktive Teilnahme an einer ausgewiesenen internationalen wissenschaftlichen Veranstaltung (Kongress, Symposium, etc.) im Ausland. Die Förderung setzt sich zusammen aus der jeweils gültigen DAAD-Reisekostenpauschale, einem Zuschuss zu den Tagungsgebühren sowie einer Aufenthaltspauschale für die Dauer der Teilnahme an der Veranstaltung. Anträge auf Förderung von Kongressreisen ins Ausland müssen spätestens vier Monate vor dem ersten Kongresstag beim DAAD eingehen.

Die Förderlinie "Vortragsreisen" soll es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen, schriftliche Einladungen ausländischer Kollegen und Kolleginnen oder wissenschaftlicher Institutionen anzunehmen, um dort über eigene aktuelle Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Arbeiten zu berichten und Erfahrungen mit Wissenschaftlern des Gastlandes auszutauschen. Für Vortragsreisen wird ein Zuschuss in Höhe der jeweiligen DAAD-Reisekostenpauschale gezahlt. Anträge auf Förderung müssen spätestens einen Monat vor Reisebeginn beim DAAD eingehen.

DAAD: Kurz- und Langzeitdozenturen an ausländischen Hochschulen
Über die "Vermittlungsstelle für deutsche Wissenschaftler im Ausland im DAAD" vermittelt und fördert der DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amtes Lang- und Kurzzeitdozenturen an ausländischen Hochschulen.

Eine Kurzzeitdozentur an einer ausländischen Hochschule muss in der Regel mindestens vier Wochen umfassen und darf sechs Wochen nicht überschreiten.Eine Bewerbung für die Förderung einer Kurzzeitdozentur kann laufend erfolgen, mindestens aber 10 Wochen vor einer der viermal jährlich stattfindenden Sitzungen des Auswahlgremiums.

Im Rahmen einer Langzeitdozentur muss die Lehrtätigkeit auf einer von der ausländischen Hochschule geschaffenen Stelle eine Dauer von sechs Monaten übersteigen. Eine bis zu fünfjährige Förderung ist möglich. Langzeitdozenturen an internationalen Hochschulen werden durch die "Vermittlungsstelle für deutsche Wissenschaftler im Ausland im DAAD" und in DIE ZEIT veröffentlicht.

DAAD-Programme des Projektbezogenen Personenaustauschs (PPP)
Zur Stärkung der Wissenschaftsbeziehungen und Forschungszusammenarbeit zwischen einer deutschen und einer ausländischen Einrichtung unterstützt der DAAD in den PPP-Programmen gemeinsame, bi-nationale Forschungsprojekte. Die Projektmittel sind für die im Forschungsprojekt anfallenden Mobilitätskosten der deutschen Teilnehmer und Teilnehmerinnen bestimmt und dienen insbesondere dazu, den am Projekt beteiligten Nachwuchswissenschaftlern einen Forschungsaufenthalt an der ausländischen Partnereinrichtung zu ermöglichen. Das Programm fördert die Mobilität von Wissenschaftler/innen, Hochschullehrer/innen, (Post-)Doktoranden und Graduierten (Master) aller Fachbereiche im Rahmen der projektgebundenen Zusammenarbeit. Die Antragsfristen entnehmen Sie bitte der Ausschreibung.

DAAD: Studien- und Forschungsaufenthalte im Rahmen bilateraler Wissenschaftleraustausch-Programme
Im Rahmen von Kulturaustauschprogrammen und anderen bilateralen Vereinbarungen mit Institutionen im Ausland kann der DAAD deutsche promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an Hochschulen und Forschungsinstituten tätig sind, für einen Studien- oder Forschungsaufenthalt an einer ausländischen Hochschule oder einem ausländischen Forschungsinstitut fördern. Je nach Zuständigkeit und förderungspolitischen Prioritäten der ausländischen Partner kann der Wissenschaftleraustausch in einzelnen Programmen auf bestimmte Institutionen und/oder Disziplinen begrenzt sein. Es können Studien- und Forschungsaufenthalte von mindestens 14 Tage bzw. (in einigen Ländern) drei oder vier Wochen bis höchstens drei Monaten gefördert werden. Antragsfristen/Vorlaufzeiten für die jeweiligen Gastländer entnehmen Sie bitte der Ausschreibung.

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Die DFG fördert eine Reihe internationaler Vorhaben und Projektkooperation, die internationale Mobilität von Wissenschaftlern von und nach Deutschland und die Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland zum Ziel haben. Eine Auswahl der geförderten Internationalisierungsinitiativen schließt folgende Programme mit ein: 

Für den Aufbau internationaler Kooperationen können Antragstellende, Mittel für Auslandsreisen, Gastaufenthalte oder bilaterale Workshops beantragen. Das Mercator-Fellows-Programm ermöglicht im Rahmen von Forschungsprojekte einen intensiven und langfristigen Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland. Die DFG ermöglicht Forschungskooperationen von Projektpartnern in Entwicklungsländern direkt über DFG-Verfahren beantragen zu können. Das Max Kade-Stipendium fördert Forschungsaufenthalte von Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern sowie Medizinerinnen und Medizinern aus Deutschland in den USA.