ERASMUS+ Personalmobilität zu Unterrichtszwecken

Erasmus+ fördert Gastdozenturen an europäischen Hochschulen, die eine gültige ERASMUS Charta für Hochschulen (ECHE) besitzen. Gastdozenten sollen durch ihren Aufenthalt die europäische Dimension der Gasthochschule stärken, deren Lehrangebot ergänzen und ihr Fachwissen Studierenden vermitteln, die nicht im Ausland studieren wollen oder können.

Nach Möglichkeit sollte dabei die Entwicklung gemeinsamer Studienprogramme der Partnerhochschulen ebenso wie der Austausch von Lehrinhalten und -methoden eine Rolle spielen.

Auch Personal aus ausländischen Unternehmen und Organisationen kann zu Lehrzwecken an deutsche Hochschulen eingeladen werden.

Personalmobilität zu Unterrichtszwecken muss an einer Partnerhochschule der HFU stattfinden. 

Lehraufenthalte innerhalb Europas dauern zwischen zwei Tagen und zwei Monaten (jeweils ohne Reisezeiten); das Unterrichtspensum liegt bei mindestens acht Stunden je Aufenthalt bzw. je angefangene Woche.

Wer kann mit?

Folgender Personenkreis kann gefördert werden:

  • ProfessorInnen und DozentInnen mit vertraglichem Verhältnis zur Hochschule
  • DozentInnen ohne Dotierung
  • Lehrbeauftrage mit Werkverträgen
  • Emeritierte ProfessorInnen und pensionierte Lehrende
  • Wissenschaftliche MitarbeiterInnen
  • Unternehmenspersonal

Wie lange ist man im Ausland und was macht man dort?

Die Mindestaufenthaltsdauer beträgt zwei Arbeitstage, das Maximum liegt bei 60 Tagen (zwei Monaten). Innerhalb des Aufenthaltszeitraums müssen mindestens acht Unterrichtsstunden innerhalb von einer Woche (sieben Tagen) oder einem kürzeren Zeitraum gehalten werden (Beispiel: drei Tage Aufenthalt – acht Stunden Lehre, sieben Tage Aufenthalt – acht Stunden Lehre, acht Tage Aufenthalt – 16 Stunden Lehre).

Details müssen im Vorfeld mit der Gasthochschule und dem IC der HFU abgeklärt werden.

Muss ich eine Fremdsprache können?

In der Regel ist es möglich, im Ausland auf Englisch zu lehren. Wenn Sie die Landessprache beherrschen, umso besser. In manchen Ländern (z.B. Ungarn) könnte man eventuell auch auf Deutsch unterrichten.

Wie sind die Bewerbungsmodalitäten?

Bewerbungsfrist für das darauffolgende akademische Jahr ist immer der 31. Juli (also der 31. Juli 2015 für das kommende akademische Jahr 2015/16). Später eingehende Anträge können nur berücksichtigt werden, falls noch Fördermittel zur Verfügung stehen. Bitte reichen Sie bei Interesse das interne Bewerbungsformular zur Teilnahme am Programm fristgerecht ein.

Konsultieren Sie bitte im Vorfeld Ihren/Ihre Vorgesetze/n, da er/sie den Aufenthalt befürworten und dies im Bewerbungsformular bestätigen muss. Aufgrund der begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel müssen ggf. Anträge abgelehnt werden. Das IC entscheidet nach Ablauf der Bewerbungsfrist über eine Förderung anhand folgender formaler und inhaltlicher Kriterien:

  • Bestehen eines gültigen ERASMUS-Kooperationsvertrags mit der gewählten Partnerhochschule
  • Fristgerechtes Einreichen der Bewerbung bis zum 31. Juli für das darauffolgende akademische Jahr in schriftlicher Form anhand des Bewerbungsformulars
  • Lehrende, die noch niemals mit ERASMUS gefördert wurden, sollen bevorzugt gefördert werden
  • Es soll nur eine Mobilität pro Person und akademischem Jahr gefördert werden
  • Bestehende ERASMUS Partnerschaften sollen gestärkt werden

Wie organisiere ich den Aufenthalt?

Einfach auf die Liste der Partnerhochschulen auf der HFU Website schauen und bei Interesse das Bewerbungsformular im IC einreichen. Wenn Sie an der Gast-Hochschule noch niemanden kennen, fragt das IC für Sie dort an. Die inhaltlichen Details klären Sie dann mit der gastgebenden Fakultät.

Die Reise buchen und bezahlen Sie selbst. Über ERASMUS erhalten Sie vorab einen Mobilitätszuschuss nach festgelegten Stückkosten (siehe unten: Welche Kosten können erstattet werden). Aus Versicherungsgründen müssen Sie dennoch einen Dienstreiseantrag ausfüllen (ohne Kostenstellennummer). Bezüglich der Unterkunft holen wir Tipps von der Gasthochschule ein.

Welche Kosten können erstattet werden?

Die Bezuschussung der Reise- und Aufenthaltskosten erfolgt durch vom DAAD festgelegte Stückkosten, angepasst an den Reiseweg und die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Zielland (siehe unten). Beides zusammen ergibt Ihre individuelle "Mobilitätsbeihilfe".

Ab dem Hochschuljahr 2014/15 gelten für Deutschland folgende maximale Tagessätze für vier Ländergruppen bis zum 14. Aufenthaltstag; vom 15. bis 60. Aufenthaltstag beträgt die Förderung 70% der genannten Tagessätze:

ZiellandStückkosten/Tag
DK, IE, NL, SE, UK160 EUR
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, FI, FR, GR, HU, IS, IT, LI, LU, NO, PL, RO, TR140 EUR
ES, LV, MT, PT, SK, FYROM120 EUR
EE, HR, LT, SI100 EUR

Zusätzlich zu diesen Tagessätzen werden Fahrtkosten in Abhängigkeit von realen Distanzen zwischen Ausgangs- und Zielort der Mobilität erstattet, die europaweit einheitlich mit einem Berechnungsinstrument ermittelt werden. Erstattet werden können maximal folgende Beträge:

Distanz (km)Stückkosten/Fahrt
100 – 499180 EUR
500 – 1.999275 EUR
2.000 – 2.999360 EUR
3.000 – 3.999530 EUR
4.000 – 7.999820 EUR
8.000 und mehr1.100 EUR

Bitte beachten Sie: Die HFU behält sich vor, abhängig von den zur Verfügung stehenden Mitteln die Förderdauer gegenüber der Aufenthaltsdauer zu reduzieren. Dies kann bedeuten, dass Sie beispielsweise von insgesamt acht Aufenthaltstagen im Gastland nur für zwei Tage gefördert werden. Sollten die tatsächlichen Kosten die maximale Bewilligung übersteigen, sind die zusätzlichen Kosten von der Teilnehmerin bzw. dem Teilnehmer selbst zu tragen. Richtwert: Derzeit liegt der maximale Förderbetrag pro Teilnehmer aufgrund der begrenzten Fördermittel zwischen 700 und 800 € (Reise- und Aufenthaltskosten zusammen).

Welche ERASMUS-Formalien muss ich beachten?

Nach der Zusage für Ihre Bewerbung durch das International Center erhalten Sie eine Infomail mit dem weiteren ERASMUS-Ablaufplan und allen u.g. Dokumenten, die fristgerecht auszufüllen und einzureichen sind:

Vor dem Aufenthalt:

  • Grant Agreement: Vor Abreise unterschreiben und im Original im IC einreichen.
  • Mobilitätsvereinbarung vor Abreise mit der Gasthochschule vereinbaren und im IC einreichen.
  • Dienstreiseantrag über das IC.

Nach dem Aufenthalt:

  • Bestätigung des Aufenthalts durch die Gasthochschule im Original im IC einreichen.
  • Ausfüllen des digitalen Berichts über den Auslandsaufenthalt (Link wird nach Aufenthalt per E-Mail zugesendet): Bestätigungs-E-Mail nach Ausfüllen des Onlineberichts an das IC senden (Ansprechpartner s. u.: An wen kann ich mich bei Fragen wenden?).
  • Kurzen Erfahrungsbericht/Testimonial für die HFU-Website im IC einreichen.

Bekomme ich eine Sonderförderung, wenn ich alleinerziehend bin oder wenn ich eine Behinderung habe?

Für behinderte Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter bzw. für Personen mit Sonderbedürfnissen (bspw. alleinerziehende Mütter oder Väter) besteht die Möglichkeit, beim DAAD bis spätestens zwei Monate vor Ausreise eine Zuschusszahlung über den EU-Höchstsatz hinaus zu beantragen, die die durch den Auslandsaufenthalt bedingten Mehrkosten abdecken soll, welche nicht durch nationale Stellen (z.B. Krankenkasse) abgedeckt sind.

An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

 Ilka Günnel
Ilka Günnel
International Center
07723 920-2556
Campus Furtwangen, Raum E 0.07

Das ERASMUS+ Programm im Überblick

An der HFU wird unter Leitaktion 1 das ERASMUS-Programm zur Lernmobilität von Einzelpersonen durchgeführt. Dieses hat zum Ziel, die Mobilität von Studierenden und Hochschulpersonal zu Lernzwecken und die transnationale Zusammenarbeit im Hochschulbereich zu fördern. Nähere Informationen zu den jeweiligen Mobilitätslinien finden Sie hier:

ERASMUS Koordinatorin der HFU: Anette Kohler

ERASMUS Code der HFU: D  FURTWAN01


Finanzieller und zeitlicher Rahmen
ERASMUS+ ist mit einem Budget in Höhe von rund 14,8 Mrd. Euro ausgestattet. Mehr als vier Millionen Menschen werden bis 2020 von den EU-Mitteln profitieren. Das Programm ist somit auf sieben Jahre ausgelegt.

Ziele
ERASMUS+ hat zum Ziel, Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Kinder- und Jugendhilfe voranzubringen. Informationen zu ERASMUS+ finden Sie auf der Webseite der Europäischen Kommission.

Zielgruppe und Neuerungen
Mit den Fördermitteln wird vor allem die Mobilität in Europa und voraussichtlich ab 2015 in geringerem Umfang auch mit anderen Teilen der Welt gestärkt. Bis zum Jahr 2020 sollen rund zwei Millionen Studierende von ERASMUS+ profitieren, darunter über eine Viertelmillion aus Deutschland. Einbezogen werden dabei Studierende in allen Studienzyklen bis einschließlich der Promotion, die ein Teilstudium oder Praktikum im Ausland absolvieren möchten. Erstmals können die Studierenden dabei im Bachelor, Master und Doktorat jeweils bis zu zwölf Monate gefördert werden. Um den finanziellen Anreiz für einen Auslandsaufenthalt zu erhöhen, wird zudem der monatliche Mobilitätszuschuss für die Studierenden angehoben, insbesondere für Gastländer mit höheren Lebenshaltungskosten. Praktika im Ausland sind künftig auch nach Studienabschluss möglich. Schließlich bietet ERASMUS+ Studierenden, die ein ganzes Master-Studium in Europa absolvieren möchten, die Möglichkeit, dafür ein zinsgünstiges Darlehen aufzunehmen. Die bisherige Exzellenz-Förderung von ERASMUS Mundus, die das ganze Master-Studium von hervorragenden Studierenden in ausgewählten europäischen Masterprogrammen mit gemeinsamem Abschluss unterstützt, wird unter ERASMUS+ fortgesetzt.

ERASMUS+ trägt zudem zur weiteren Internationalisierung der Hochschulen mit der Förderung von Kurzzeitdozenturen und Weiterbildungsaufenthalten für das Lehr- bzw. Verwaltungspersonal bei. Weiterhin können die Hochschulen Unternehmenspersonal aus dem Ausland zu Lehraufenthalten einladen und sich nun außerdem mit anderen europäischen Partnern (auch aus dem nicht-akademischen Bereich) an multilateralen strategischen Partnerschaften beteiligen und gemeinsam innovative Projekte entwickeln (z. B. im Bereich der Curriculum-Entwicklung oder zu bildungsbereichsübergreifenden Themen). Für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bietet ERASMUS+ Förderung in den neuen Wissensallianzen an. Hochschulen, die sich im Bereich des Kapazitätsaufbaus in Drittländern engagieren wollen, können dies in den internationalen Hochschulpartnerschaften des Programms tun.

Teilnehmende Länder
Die Fördermittel für die meisten Mobilitätsmaßnahmen und die Strategischen Partnerschaften werden in den 33 Programmländern von den nationalen Agenturen vergeben. In Deutschland nimmt diese Aufgabe wie bisher der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) wahr.

ERASMUS+ Programmländer

Mitgliedsstaaten der Europäischen Union:
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal,  Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern

sowie die Kandidaten-Länder:
Mazedonien, Türkei

ferner die EWR/EFTA-Länder:
Island, Liechtenstein, Norwegen

Teilnahmeberechtigung der HFU am ERASMUS-Programm
Für die Jahre 2014 bis 2020 erhielt die HFU mit der ERASMUS Charta for Higher Education (ECHE) eine erneute ERASMUS-Akkreditierung in Brüssel und ist somit weiterhin zur Teilnahme am ERASMUS-Programm berechtigt. Im ERASMUS Policy Statement der HFU ist weiterhin die ganzheitliche Internationalisierungsstrategie der HFU beschrieben.

Haftungsklausel
"Das ERASMUS+ Programm wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben."

Informationen zum DAAD
Weitergehende Information und Beratung zu den ERASMUS+ Mobilitätsmaßnahmen erhalten Sie beim

DAAD Deutscher Akademischer Austauschdienst
Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit
Kennedyallee 50
53115 Bonn
Tel.: 0228 882-8877
Fax: 0228 882-555
E-Mail: erasmus(at)daad.de
Homepage: www.eu.daad.de