Im Kern ist Nachhaltige Entwicklung ein Gerechtigkeitskonzept. Letztlich geht es um die konsequente Erweiterung der Menschenrechtsidee, eine erweiterte Anwendung des Kant'schen Imperativs. Wir sollen das uns anvertraute (ökologische, soziale, ökonomische) Kapital so behandeln, dass die Behandlung zu einem allgemeinen Gesetz für alle Menschen auf dieser Welt, aber auch für alle uns folgenden Generationen werden kann.

Das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung verbindet aus seiner Historie heraus den globalen ökologischen mit dem entwicklungspolitischen Diskurs. Ökonomisch gefasst geht es um die gerechte Verteilung und den Erhalt von Kapital und Werten für nachfolgende Generationen. Die Zerstörung der Umwelt, Staatsverschuldung, destabilisierte soziale Gefüge sowie alle Formen dynamischer Stabilisierung von Gesellschaften durch Wachstumsideologien sind Ausdruck nicht vorhandener Nachhaltigkeit. Dieses breite Verständnis von Nachhaltiger Entwicklung findet seinen Ausdruck z.B. in der Nachhaltigkeitsstrategie der deutschen Bundesregierung sowie der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg, die jeweils konkrete ökologische, wirtschaftliche, soziale und bildungsrelevante Ziele definieren.

Grundsätzlich kann Nachhaltige Entwicklung auf zwei Ebenen betrachtet werden, die immer wieder im Austausch miteinander stehen:

Aus: Hölz, Michaela, Der Globetrotter Sustainable Development, Oekom Verlag, 2012, S. 141.

Die normative Ebene, die eine Orientierungsfunktion in sich birgt, beschäftigt sich mit der Frage, wohin wir uns entwickeln sollen.  

Die faktische Ebene, die eine Funktion der Operationalisierung in sich trägt, setzt sich mit den technischen und sozialen Umsetzungen des normativen Anspruchs auseinander. Hierbei stellen sich die Fragen, wie wir leben wollen und was im Hinblick auf ein so definiertes Leben erforscht werden soll, bzw. welcher Beitrag von jedem Einzelnen geleistet werden kann. 

Beide Ebenen werden durch die unterschiedlichen AkteurInnen, Projekte und Veranstaltungen der HFU angesprochen. In der Summe leistet die HFU durch Forschung, Studien- und Weiterbildungsangebote sowie durch wissenschaftliche Dienstleistungen einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Problemlagen.