Freitag, den 04. Mai 2012
Synergien schaffen, persönliche Kontakte knüpfen und gemeinsame Handlungsfelder definieren: Diese Ziele standen im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung „Biotechnologie trifft Medizintechnik“. Die Tagung fand auf Initiative des Vereins zur Förderung der Biotechnologie und Medizintechnik e.V. statt und war Anstoß für den künftigen Austausch beider Disziplinen. Rund 130 Besucher aus Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen der Branchen fanden sich am Hochschulcampus Tuttlingen der Hochschule Furtwangen ein.
„Es gibt keinen besseren Platz für diese Tagung als diese Hochschule. Sie liegt inmitten einer Region, deren Schwerpunkt die Medizintechnik ist“, erklärte Professor Dr. Rolf Schofer bei der Eröffnung. Die Hochschule Furtwangen mit insgesamt acht Fakultäten und 38 Studiengängen bietet unter anderem ein differenziertes Portfolio an Studiengängen aus dem Bereich Gesundheitswissenschaften, Medizintechnik und Life Science an. „Gerade die Verbindung von Medizintechnik und Biotechnologie in einigen unserer Studiengänge eröffnet unseren Absolventen und den Unternehmen der Region attraktive Perspektiven für die Zukunft“, führte Schofer weiter aus.
Die weltweit positive Entwicklung des Gesundheitssektors spiegelt sich auch bei den Unternehmen und Einrichtungen des Landes Baden-Württemberg, im Speziellen auf der Medizintechnikachse Tuttlingen-Tübingen wieder. An der Tagung „Biotechnologie trifft Medizintechnik“ sprach Ministerialrat Dr. Joachim Wekerle, Leiter des Referats Lebenswissenschaften des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, von „knapp 500.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Bereich der Gesundheitswirtschaft im Land. Das sind rund 12 Prozent aller Beschäftigten.“ Davon seien 40.000 im Bereich der Medizintechnik tätig. Besonders ausgeprägt sei die hohe Konzentration von Herstellern medizintechnischer Produkte im Landesvergleich in Tuttlingen.
Der neue Verein zur Förderung der Biotechnologie und Medizintechnik e.V. ist ein Zusammenschluss zweier Vorgängervereine – dem Tübinger Verein zur Förderung der Biotechnologie und dem MITT Kompetenzzentrum Minimal Invasive Medizin & Technik Tübingen – Tuttlingen e.V. Stärker noch als bisher soll der Verein zwei Regionen näher zusammen bringen: Tuttlingen als Weltzentrum der Medizintechnik und Tübingen, wo rund um die Universität in den letzten Jahren zahlreiche Unternehmen der Biotechnologie entstanden sind. Insgesamt 20 Einrichtungen aus den beiden Branchen der Medizintechnik und der Biotechnologie stellten sich und ihre Kompetenzfelder vor: „Die Vernetzung dieser Branchen halte ich für essentiell“, erklärte Professor Dr. Claus D. Claussen, Vorstandsvorsitzender des Vereins, und fuhr weiter fort: „Wir sprechen aktuell von einer Biotechnologisierung des Menschen. Speziell in der Medizintechnik, zum Beispiel im Bereich der Werkstoffe, werden biotechnologische Verfahren immer wichtiger.“
Diese Meinung teilen auch die Macher der Studienrichtungen an der Hochschule. Wird doch im Oktober 2012 der Studiengang „Industrial Materials Engineering“ – ein Studium, mitgestaltet von den Unternehmen der Region – starten.
Studieren mit Zukunft: Medizintechnik und Werkstofftechnik
Aktuell bietet der Hochschulcampus Tuttlingen neben Mechatronik, Fertigungstechnik, Virtual Engineering und Medizintechnik das MBA-Programm „Medical Devices & Healthcare Management“ an. Ab Oktober 2012 kommt ein weiterer Bachelor-Studiengang im Grenzgebiet zwischen Chemie, Physik und den klassischen Ingenieurwissenschaften hinzu: Werkstofftechnik. Dieses Studium konzentriert sich auf die Nutzung und das Design moderner Materialien in allen technologischen Bereichen, insbesondere der Medizintechnik. Auch mit einem Abschluss in den Studienrichtungen Mechatronik, Fertigungstechnik oder Virtual Engineering haben die Absolventen in der Medizintechnik-Branche beste Karrierechancen.
Weitere Informationen zu den Studiengängen und Veranstaltungen am Hochschulcampus Tuttlingen unter www.hfu-campus-tuttlingen.de.

