Goldmedaillen und Studium – das geht

Kann man Weltmeister, Europameister, deutscher Meister oder Juniorenmeister werden, Gold bei den Olympischen Spielen gewinnen und gleichzeitig studieren? Also eine sportliche Höchstbegabung und ganz viel Fleiß kombinieren? Dass es geht und wie es geht, zeigen die studierenden Spitzensportler an der Hochschule Furtwangen (HFU). Sie trafen sich zum Erfahrungsaustausch.
Im Februar wurde Benedikt Doll Sprint-Weltmeister im Biathlon. Zuvor war er bereits zweifacher Biathlon Europameister. Er studiert Wirtschaftsingenieurswesen – Marketing und Vertrieb an der HFU. Jetzt im Sommersemester hat er wieder Zeit für das Studium, auch wenn er bis zu 40 Stunden pro Woche trainiert. Ab Herbst stehen noch intensiveres Training und vor allem die Wettbewerbe im In- und Ausland an.

Durch ihre Lage mitten im Schwarzwald zieht die HFU die Wintersportler ohnehin an. Ein bekannter Absolvent ist Georg Hettich, der Goldmedaillen-Gewinner in der Nordischen Kombination bei den Olympischen Spielen in Turin 2006. Er studierte während seiner aktiven Sportzeit an der HFU Medical Engineering. Mittlerweile hat er seine sportliche Karriere beendet, hat promoviert und arbeitet in der Region in der Medizintechnik-Branche. Genauso wie er setzen etliche junge Sportlerinnen und Sportler auf die Kombination von Spitzensport und dem Fundament für eine berufliche Perspektive nach Ende der sportlichen Laufbahn.

Eishockey, Mountainbike, Rugby, Nordische Kombination, Biathlon, Motocross, Langstreckenlauf, Straßenrad, Skisprung – in diesen Disziplinen sind die Studierenden zu Hause. Und kombinieren ihre sportlichen Höchstleistungen mit Studiengängen wie „Wirtschaftsingenieurwesen – Product Engineering“, „Medienkonzeption“, „Internationale Betriebswirtschaft“ oder „Bio- und Prozesstechnologie“ am Campus Furtwangen und Campus Schwenningen der HFU.

Eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Hochschule und dem Olympiastützpunkt Freiburg wurde bereits 2006 abgeschlossen. Die Kadersportler profitieren vom sogenannten Furtwanger Modell. Dieses erlaubt ihnen, wesentlich länger Zeit für ihr Studium zu haben – bis zu 16 Semester anstelle der üblichen sieben. Geschenkt wird ihnen jedoch nichts. Sie können Prüfungen zwar später ablegen, aber erlassen werden sie ihnen nicht. Trotz aller Flexibilisierungen bedeutet eine Duale Karriere eine erhebliche Doppelbelastung für die Athleten. Dennoch sind sie überzeugt davon, dass sich die Doppelbelastung lohnt. Denn sie legen jetzt das Fundament für das berufliche Durchstarten, sobald die Sportlerlaufbahn beendet ist.