Sicherheitsdialog zur Sicherheit in Krisenregionen

Der Lehrbeauftragte Dr. Helmut Körber erinnerte in seinem Vortrag auch an die großen Störfalle der letzten Jahrzehnte und welche sicherheitstechnischen Konsequenzen daraus gezogen wurden.

Gut besucht war der "Furtwanger Sicherheitsdialog" des Studiengangs Security & Safety Engineering am 10. Januar 2017. Über hundert Interessierte waren in die Aula der Hochschule Furtwangen gekommen, um sich über die Sicherheit in Krisenregionen zu informieren. Zunächst berichtete der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei über die schwierige Sicherheitslage in Südasien und deren historische Ursachen. Frei ist Mitglied im Auswärtigen Ausschuss mit dem Schwerpunkt Afghanistan, Bangladesch, Indien und Pakistan und hat diese Länder bereits mehrfach besucht. "Am Beispiel Afghanistan wird deutlich, wie wichtig Sicherheit für die politische, gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung eines Landes ist", so Thorsten Frei. Wichtig sei daher das langfristige Engagement der internationalen Staatengemeinschaft in der Region, auch um Fluchtursachen zu bekämpfen. Als Beispiele für gelungene deutsche Aufbauhilfe nannte Frei neben der Ausbildung von Sicherheitskräften auch die Verbesserung von Bildung, Gesundheitswesen und Verkehrsinfrastruktur.

Im Anschluss referierte der Lehrbeauftragte Dr. Helmut Körber über die Vermeidung von Störfällen auch außerhalb der EU durch den Einsatz von Sicherheitstechnik. Körber erinnerte die Zuhörer zunächst an schwere Störfälle in der Vergangenheit - vom Dioxin-Unfall im italienischen Seveso 1976 bis hin zu aktuellen Ereignissen wie dem Einsturz von Fabrikgebäuden in Bangladesch oder die Explosion im chinesischen Industriepark Tianjin. Wichtig sei daher die Ausbildung von Störfallbeauftragten wie an der Hochschule Furtwangen. "Die Studierenden im Studiengang Security & Safety Engineering können diese Zusatzqualifikation im Rahmen ihres Studiums erlangen und so weitere Aufgaben im Sicherheitsbereich übernehmen", so Körber. Die Bestellung eines Störfallbeauftragten ist in Deutschland für Betreiber bestimmter genehmigungsbedürftiger Anlagen gesetzlich vorgeschrieben. Körber regte an, dass man beispielsweise innerhalb eines internationalen Projekts auch über die Ausbildung von Störfallbeauftragten für Schwellenländer nachdenken könne.