Tag der Lehre an der HFU: Tipps aus der Praxis

Prof. Dr. Peter Riegler von der Ostfalia Hochschule

Plenum

(v.l.n.r.) Prof. Dr. Edgar Jäger (HFU), Prof. Dr. Cornelia Niederdrenk-Felgner (Hochschule Nürtingen-Geislingen), Prof. Dr. Stefan Vörtler (Hochschule Ostwestfalen-Lippe), Prof. Dr. Peter Riegler (Ostfalia Hochschule), Dr. Sandra Hübner, Satjawan Walter, Cornelia Kellermann, Petra Suwalski (alle HFU), Dr. Thomas D'Souza (GHD)

Über 70 Teilnehmende zog der Tag der Lehre am Campus Furtwangen der HFU am 2. Juni 2016 an. Anregungen aus der Praxis für die Praxis stellte dieser Tag für die Unterrichtenden zusammen. Mit ihren eigenen „Lernschwellen“ konfrontiert wurden die Teilnehmenden gleich im Keynote-Vortrag „Warum verstehen Studierende das immer noch nicht?" von Prof. Dr. Peter Riegler von der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel. Sehr anschaulich führte er Gründe vor, weshalb Studierende Lernstoff nicht meistern. Sei es wegen ungenügender Vorbildung, inadäquatem Lernverhalten oder verbesserungsfähigen Lehrveranstaltungen. „Die wohl beste Methode für Lehrende besteht darin, Studierenden beim Erlernen der Inhalte und beim Bearbeiten von Problemstellungen möglichst häufig zuzuhören“, betonte Professor Riegler und brachte es auf das prägnante Bild: „Der Hörsaal ist mein Labor.“

„Die Lebenswelt für uns als Lehrende ändert sich massiv“, hatte Prof. Dr. Ullrich Dittler, Senatsbeauftragter für Hochschuldidaktik an der HFU, in das Thema eingeleitet. „Wo können wir Impulse bekommen, um unseren Job noch besser zu machen“, war seine Ausgangsfrage. Bis vor zehn Jahren habe es den Tag der Lehre regelmäßig an der HFU gegeben, führte Prorektor Prof. Dr. Edgar Jäger aus, danach habe es stattdessen FELIX User Workshops gegeben. Der Tag der Lehre 2016 kam durch die Initiative des TREFFER-IN-Projektes zustande und wurde gemeinsam mit dem Arbeitskreis Hochschuldidaktik vorbereitet.

TREFFER-Projekte
Seit 2011 wurden mit drei TREFFER-Projekten die Studierenden an drei Fakultäten unterstützt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gaben einen Rückblick und eine Wertung der TREFFER-Arbeit. An der Fakultät Informatik wurden, berichtete Cornelia Kellermann, vor allem die Probleme in der Studieneingangsphase in den Fokus genommen und mit Konzepten wie „INside“, einem einwöchigen Intensivkurs für die Erstsemester, begegnet. Um Grundlagenkompetenzen auszubauen und so eine bessere Studierfähigkeit zu erreichen, wurden im Erstsemester-Pflichtmodul der Bachelorstudiengänge Lerntechniken ergänzt.  Dr. Jörn Kretschmer (Fakultät Medical and Life Sciences) berichtete von dem Programm „ProMEB“, das TREFFER MuV für die Medical Engineering Studierenden konzipiert hatte. Hier wurde die Zusammenarbeit mit Medizintechnikfirmen von den Teilnehmenden besonders geschätzt. Über die Erfahrungen von TREFFER WI berichtete Thérèse Mattheis. Da 45% der Studierenden an der Fakultät Wirtschaftsinformatik einen Migrationshintergrund besitzen, habe man versucht, mit Mentoren- und Tutorenprogrammen Hilfe anzubieten. Ein Notenspiegel zeigte, welche positiven Auswirkungen die TREFFER-Unterstützung brachte.
Das Projekt TREFFER, das ist die Abkürzung für TRaining, Erfolg, Fordern, FördERn, wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im "Qualitätspakt Lehre" gefördert und läuft im August 2016 aus.

Workshops
In drei Workshops wurden beim Tag der Lehre spezifische Themen beleuchtet. Im Workshop „Inverted Classroom“ von Prof. Dr. Cornelia Niederdrenk-Felgner von der Hochschule Nürtingen-Geislingen, ging es um die Frage, ob das Faktenwissen als Hausaufgabe von den Studierenden erarbeitet werden kann – damit in der Vorlesung Zeit bleibt für individuelle Fragestellungen. „Lehrberatung“ nannte Professor Niederdrenk-Felgner ihre Form der Wissensvermittlung.

Beim Workshop „Peer Instruction & Peer Review“ von Dr. Sandra Hübner und Satjawan Walter von der Abteilung Learning Services der HFU ging es unter anderem um Programme, mit denen das Smartphone im Unterricht zum Abstimmungsgerät für Quiz-Fragen werden kann. Und im Workshop „Prüfungstransparenz als Lernmotivation“ von Prof. Dr. Stefan Vörtler, Hochschule Ostwestfalen-Lippe stand die Frage im Mittelpunkt „Welche Erfahrungen haben wir mit Benotungen?“ – dazu zählen auch die Selbstbenotungen der Studierenden.