Die Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen hat ihre Forschungsschwerpunkte in den Themenbereichen "Mobilität" (Elektromobilität, Leichtbau, Fahrerassistenz) und "Industrie 4.0" (Servicekonzepte, Usability, Mensch-Maschine Schnittstelle; Automatisierung, Robotik, Sensorik).

dimenSion - Multidimensionales Service Prototyping

Prototyping, darunter versteht man die Entwicklung einer kostengünstigen Testversion, ist bei Unternehmen sehr beliebt. Mit dem Herstellen eines Prototyps können Ideen visualisiert, Lösungswege erkundet oder ein vorläufiges Ergebnis getestet bzw. realitätsnah erlebbar gemacht werden. Im Bereich der Dienstleistungsentwicklung wird Prototyping jedoch kaum oder nur selten eingesetzt.

Im Verbundprojekt dimenSion geht es deshalb um die Bereitstellung von Prototyping-Techniken für das Finden von Lösungsansätzen, Testen, die Entscheidungsunterstützung, Optimierung, Schulung und Dokumentation von  Dienstleistungsentwicklungen.

Ziel des Teilvorhabens an der HFU ist die Erweiterung des Instrumentariums für das Service Prototyping z.B. durch Einbindung und Anpassung bereits bekannter Methoden aus dem Service Engineering. Insbesondere soll das Usability Engineering Anwendung finden, um komplexe Services im Hinblick auf ihre Wirkung bei den Kunden beurteilen zu können.

Mit der Umsetzung und Anwendung der Projektergebnisse sollen Servicekonzepte eine höhere Qualität und Kundenorientierung erlangen. Zugleich soll die Erfolgswahrscheinlichkeit und die Effizienz der Dienstleistungsentwicklung erhöht werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Entwicklung neuer Kraft-Momenten-gesteuerter Roboterapplikationen (ForceRob)

In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) geförderten Forschungsprojekt werden gemeinsam mit einem Partner-Unternehmen neue Roboter-Applikationen entwickelt, in denen Roboter „gefühlvoll“ agieren sollen.

Die meisten heutigen Roboter-Applikationen sind heute noch rein positionsgesteuert. Die Zielposition wird dabei über Sensoren/Kameras erfasst oder unter Verwendung präziser Vorrichtungen "blind" angefahren. Mit Hilfe von Kraft-Momenten-Sensoren (KMS) soll die Flexibilität industrieller Roboter-Systeme gesteigert werden. KMS ermöglichen die Anpassung  der Roboterbewegung während des Kontakts mit der Umgebung und ermöglichen sensorgeführte Bewegungen, die mit Positionssensoren nicht möglich sind.

Durch den Einsatz von KMS sollen neue Anwendungsfelder für Roboter erschlossen und der konstruktive Aufwand für Vorrichtungen reduziert werden. Auf Basis von theoretischen Untersuchungen zur Kraft-Momenten-Steuerung sollen durch eine daraus abgeleitete Methodik verschiedene industrielle kraft-momenten-gesteuerte Roboter-Applikationen realisiert werden.

  • Teilprojekt HFU

Entwicklung von Methoden zur effizienten Realisierung Kraft-Momenten-gesteuerter Roboteranwendungen (ForceRobDesign)

  • Teilprojekt EGS Automatisierungstechnik GmbH, Donaueschingen

Realisierung neuer Kraft-Momenten-gesteuerter Roboterapplikationen (ForceRobApp)

Projektlaufzeit: 01.03.2016 – 31.08.2018

Kontakt: Prof. Dr. sc. techn. Christoph Uhrhan (Leiter Robotik-Labor)

Mobiles multimediales Funktionsdesign

Die Welt der Technischen Dokumentation und Information befindet sich im Umbruch. Sie wird vernetzter, modularer, mobiler und multimedialer.
Große Informationsmengen zugleich qualitativ hochwertig und ökonomisch zu strukturieren, zu erstellen, zu distribuieren und zu pflegen ist ohne fundierte Methode nicht möglich, schon gar nicht heute, da die mediale Palette erweitert wird durch Videos, Animationen und Augmented Reality. Und diese mediale Vielfalt wird zudem zugänglich gemacht auf Smartphones, Tablet-PCs oder tragbaren Displays.

Das Forschungsprojekt „ Multimediales Funktionsdesign“ leistet einen Beitrag, indem es die etablierte Standardisierungsmethode Funktionsdesign® weiterentwickelt und die Ergebnisse empirisch prüft.
Die Methode muss modifiziert und erweitert werden, denn die Unternehmen benötigen klare Kriterien, in welchen Szenarien welche Medien effizient und wirtschaftlich bestmögliche Wirkung entfalten können. Die Informationsentwickler(innen) benötigen ein Vorgehensmodell und verständliche Regeln, wie Informationen und Instruktionen in allen medialen Formen standardisiert produziert werden können.

Theoretische Fundierung allein bietet nicht die notwendige Sicherheit. Deshalb stellt das Projekt die exemplarischen Produktionen und die Regeln kontinuierlich auf den Usability-Prüfstand.

Im Rahmen des INTRO-Preises der tekom wurde von einer studentischen Projektgruppe ein multimediales Erklärstück zum Forschungsprojekt produziert. Sie können das Video hier abrufen.

Weitere Informationen zu den Projektpartnern und der Laufzeit finden Sie hier.

Mobilität an ländlichen Hochschulen

Das Modellprojekt mit dem vollständigen Namen „Nachhaltige Mobilitätskonzepte für Studierende und Beschäftigte an Hochschulen im ländlichen Raum“ oder kurz „Mobilität an ländlichen Hochschulen“ beschäftigt sich mit der Mobilitätssituation an den teilnehmenden Hochschulen.

Das Modellprojekt läuft seit Anfang 2016 und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Im  Sommersemester 2016 wurde mit einer Onlineumfrage die Bedarfsanalyse durchgeführt, welche als Grundlage für neue Mobilitätskonzepte dient.

Das Projekt wird von Prof. Dr. Jochen Baier (WI) und Prof. Dr. Anton Karle (WING) koordiniert und geleitet.
Weitere beteiligte Hochschulen: Duale Hochschule Villingen-Schwenningen, Staatliche Hochschule für Musik Trossingen

Projektziele:

  • Verbesserter ÖPNV: abgestimmt auf Hochschulzeiten und Bedarf, Einbindung des Bürgerbusses
  • Elektromobiler Dienstverkehr: Postverkehr, Pendelverkehr zwischen den Standorten für Vorlesungen und Besprechungen
  • E-Carsharing: elektromobile Ergänzung zum ÖPNV
  • Erhöhung des Anteils an Fahrgemeinschaften: Unterstützung durch den Einsatz einer Applikation für PC und Smartphone
  • Einsatz von Elektrofahrrädern: Ausbau der Ladeinfrastruktur und Abstellmöglichkeiten
  • Intermodalität: Integration von ÖPNV, Carsharing und Fahrgemeinschaften in einer Applikation für PC und Smartphone

Ausgangslage

Hochschulen im Ländlichen Raum sind für die Bindung junger, gut ausgebildeter Menschen an ländliche Regionen von zentraler Bedeutung. Sie haben hohen Anteil am Wissenstransfer in die ländlichen KMUs und tragen zu deren nachhaltiger Versorgung mit hochqualifizierten Arbeitskräften und damit letztendlich zur Zukunftssicherung unserer ländlichen Räume bei. Die Erhaltung attraktiver ländlicher Hochschulstandorte muss daher auch weiterhin ein zentrales Anliegen der ländlichen Strukturpolitik bleiben. Hierzu gehört auch, den Mobilitätsbedürfnissen von Studierenden ländlicher Hochschulen in ausreichendem Maße Rechnung zu tragen.
Junge Menschen haben besondere Mobilitätsbedürfnisse. Sie wollen auch ohne eigenes Auto „mobil“ sein und ihr Ziel möglichst rasch, unkompliziert und kostengünstig erreichen. Deshalb ist es kein Zufall, dass die in den Metropolen inzwischen fest etablierten Carsharing-Angebote weit überwiegend von jungen Menschen als Ergänzung zum gut ausgebauten ÖPNV genutzt werden. Studierende an ländlichen Hochschulen ohne eigenes Auto müssen dagegen in puncto Mobilität oft starke Abstriche hinnehmen, da in der Regel kein befriedigendes ÖPNV-Angebot vorhanden ist und Carsharing in ländlichen Regionen bislang nur punktuell im Rahmen von Modellprojekten zur Verfügung steht.

Am Beispiel der Hochschule Furtwangen sollen Lösungen für ein ganzheitliches, innovatives Mobilitätskonzept entwickelt und untersucht werden. Wesentliche Aspekte, wie die optimale Vernetzung bestehender und zu entwickelnder, neuer Mobilitätsangebote, sollen auf Basis der fundierten Bedarfsanalyse zielgruppenspezifisch zu einem Gesamtkonzept integriert werden. Mögliche technische Unterstützungen (Hard- und Software) sollen in die Konzeption einbezogen werden.

Ein weiterer Aspekt des Modellprojekts bezieht sich auf die hochschulspezifischen Besonderheiten der beiden weiteren Hochschulen in der Region, der DHBW Villingen-Schwenningen und der Musikhochschule Trossingen. Die hochschulspezifischen Besonderheiten sollen hinsichtlich ihrer Erfordernisse hinsichtlich Mobilität analysiert werden. Auf dieser Basis werden dann angepasste Lösungsansätze entwickelt und untersucht.
Die gefundenen Lösungsansätze werden anschließend auf die Übertragbarkeit überprüft und in eine Gesamtkonzeption eingebunden.

ParaBaSe - Parameterbasiertes Service Design bei der Innovation von Produkt-Service-Systemen

Wie können Dienstleistungsentwicklungen von Industrieunternehmen effektiver und einfacher gestaltet werden und dabei trotzdem den Kundenanforderungen gerecht werden?

Im Projekt ParaBaSe werden Gestaltungsparameter für Produkt-Service-Systeme identifiziert und so geordnet, dass schließlich ein Grundgerüst bzw. ein Modell für die Serviceentwicklung zur Verfügung gestellt werden kann. Die Entwicklungsaufgaben werden damit operationalisiert und die Kreativität bei der Dienstleistungsentwicklung auf differenzierende Merkmale fokussiert.

Das zu entwickelnde Verfahren greift hauptsächlich Erkenntnisse und Methoden des Service Engineering auf. Darüber hinaus berücksichtigt die Methodik jedoch auch bereits die Kundenwahrnehmung, damit von Beginn an eine hohe Servicequalität erreicht werden kann.

Weitere Informationen zu den Projektpartnern und der Laufzeit finden Sie hier.

Informationen zu den hochschulweiten Forschungsschwerpunkten finden Sie auf den Seiten des Instituts für angewandte Forschung.