Wir nutzen die Energie des ultravioletten Lichts zur Spaltung, Zerstörung und Entgiftung von Schadstoffen in Wasser und Luft. Dabei dient die Natur als Vorbild: mit der Sonne als Lichtquelle und der Erde als großen Photoreaktor. Die in der Hydrosphäre und Atmosphäre der Erde stattfindenden licht-induzierten Prozesse dienen als natürliche Vorbilder für die Umsetzung in technische Maßstäbe. Verunreinigtes Wasser oder verunreinigte Luft werden mit technischen UV-Lampen in Photoreaktoren bestrahlt. Diese Techniken (im englischen Sprachraum: AOPs, Advanced Oxidation Processes) können wir vom Labor- in den Technikumsmaßstab überführen. Dafür stehen uns verschiedene Labor- und Technikums-Photoreaktoren (bis maximal 6 kW elektrischer Lampenleistung) zur Verfügung. 

Aber auch die Nutzung der Sonne als Lichtquelle ist möglich (Stichwort: solare Abwasserreinigung). Solche licht-induzierten Prozesse werden zum Beispiel für die Entgiftung von Deponiesickerwasser, für die Grundwasserreinigung, für die Desinfektion von Trinkwasser für die Getränkeindustrie, bei der Trinkwasserversorgung aus Talsperren und zur Reinigung und Geruchsbeseitigung von Abluftströmen der Lebensmittelindustrie oder der Recyclingindustrie erfolgreich angewandt.

In vielen Klein- und mittelständischen Betrieben fallen verunreinigte Prozesswässer an, die mittels UV-Oxidation in Gegenwart von Wasserstoffperoxid oder Ozon durch UV-Bestrahlung aufgereinigt werden können. In unseren Laboratorien führen wir die dazu erforderliche Wasseranalytik durch. Im Bereich Forschung und Entwicklung befassen wir uns mit der Anwendung von modernen Excimer UV-Lampen für die Behandlung von Wasser und Luft ohne Oxidationsmittelzusatz. Auch andere photochemische Verfahren, wie z. B. die solare Wasserbehandlung in Gegenwart von Photokatalysatoren (z. B. Titandioxid), werden bei uns erprobt.


Im Buch „Photochemische Reinigung von Wasser und Luft“ („Photochemical Purification of Water and Air“, T. Oppenländer, Wiley-VCH, New York, Weinheim, 2003) werden die Grundlagen, Reaktionsmechanismen und Reaktorkonzepte der AOPs ausführlich beschrieben.