Ob eine Beeinträchtigung als Behinderung oder chronische Krankheit angesehen wird, hängt nicht allein von einer ärztlichen Diagnose ab. Zu betrachten ist auch, wie sich die Beeinträchtigung - in Verbindung mit konkreten Gegebenheiten - im Studienfach und am Studienort auswirkt und eine Person „an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft“ hindert (vgl. UN-BRK).

Behinderung

Im Sozialgesetzbuch wird Behinderung folgendermaßen definiert:
„Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.“
(§ 2 Abs. 1 SGB IX)

Chronische Krankheit

„Chronische Krankheiten können länger andauernde Krankheiten oder solche mit episodischem Verlauf sein, wie z.B. chronische Darmerkrankungen oder Epilepsie. Wenn sie zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der gesellschaftlichen Teilhabe führen, handelt es sich um Behinderungen, auch wenn sich viele der Betroffenen selbst nicht als „behindert“ bezeichnen.“
(Quelle: Studium und Behinderung, Deutsches Studentenwerk, 2013).