In welchen medizinischen Bereichen sind Physiotherapeuten tätig?

Physiotherapeutinnen und -therapeuten werden für Tätigkeiten in verschiedenen medizinischen Fachbereichen ausgebildet. Darüber hinaus können sie in der Prävention und Gesundheitsförderung interessante Tätigkeitsfelder übernehmen.

In den medizinischen Fachbereichen arbeiten Physiotherapeuten im stationären Bereich eng mit Ärzten, Pflegekräften und anderen therapeutischen Berufsgruppen zusammen. In der ambulanten Physiotherapiepraxis spezialisieren sie sich häufig auf eine oder mehrere Fachbereiche.

Die medizinischen Fachbereiche sind folgendermaßen definiert:

  1. Orthopädie: Diagnostik und Behandlung von entzündlichen oder degenerativen Erkrankungen, angeborenen Fehlbildungen oder Tumoren des Bewegungsapparates, aber auch von Schädigungen des Bewegungsapparates, die durch Unfälle entstanden sind.
  2. Chirurgie: Die Chirurgie befasst sich mit der operativen Behandlung der unterschiedlichsten Körpersysteme (Organe, Nervensystem, Bewegungsapparat), die angeboren oder durch Krankheiten oder Unfälle erworben sein können.
  3. Neurologie: Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des zentralen (Gehirn und Rückenmark) und peripheren (Nerven) Nervensystems, die angeboren oder erworben (Krankheit, Unfall) sind.
  4. Innere Medizin: Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der inneren Organe (z.B. Herz, Lunge)
  5. Pädiatrie (Kinderheilkunde): In der Pädiatrie werden jegliche angeborenen oder im Kindes- und Jugendalter erworbenen Erkrankungen oder Folgen von Unfällen diagnostiziert und behandelt.
  6. Geriatrie (Altersheilkunde): Diagnostik und Behandlung von altersspezifischen Erkrankungen, die wiederum orthopädisch, neurologisch, psychiatrisch oder internistisch bedingt sein können.
  7. Gynäkologie (Frauenheilkunde): Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des weiblichen Sexual- und Fortpflanzungstraktes (z.B. Brustkrebs), aber auch Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Geburt.

Präventive Maßnahmen

Im Rahmen der Prävention erarbeiten Physiotherapeuten, oft zusammen mit den Krankenkassen, die diese Leistungen finanzieren, die Angebote. Die Durchführung präventiver Maßnahmen soll dazu beitragen, dass Erkrankungen, die mit bestehenden Risikofaktoren (z.B. Mangel an körperlicher Aktivität oder besonders belastenden körperlichen Aktivitäten) zusammenhängen, vermieden werden. Die Maßnahmen finden in der Regel in Form von Gruppenangeboten entweder in der Physiotherapiepraxis oder auch am Arbeitsplatz statt.

Beispiele hierfür sind:

  • Rückenschule (zur Vermeidung von Rückenschmerzen)
  • Ergonomie am Arbeitsplatz (Beratung und Anleitung zum richtigen Verhalten bei belastenden Arbeitssituationen)
  • Körperliche Aktivität bei übergewichtigen Menschen (Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung zur Vermeidung von damit zusammenhängenden Folgeschäden)
  • Sturzprophylaxe (Maßnahmen zur Verbesserung von Kraft und Koordination bei sturzgefährdeten Personen)

In der Gesundheitsförderung liegt der Schwerpunkt der Maßnahmen auf der Verbesserung der Steigerung der vorhanden körperlichen Ressourcen von Menschen jeglichen Alters. So können Physiotherapeuten zum Beispiel in Schulen, Universitäten, Betrieben oder Seniorenheimen durch Angebote zur Steigerung der körperlichen Aktivität zur Förderung der Gesundheit bei den jeweiligen Zielgruppen beitragen.

Text von: Alexandra Rauch