Der Studiengang Angewandte Gesundheitswissenschaften verfügt über gut ausgestattete Laboreinrichtungen, in denen die Studierenden Vorlesungsinhalte praxisnah vertiefen können. Das Spektrum reicht von einem Future Care Lab über Pflegehilfsmittel bis hin zu einem ökonomischen Planspiel.

Die Labore spielen zudem eine wichtige Rolle in der Forschung. Ihre Ausstattung genügt höchsten Ansprüchen, weshalb sie gerne von Professoren und Studierenden zur Realisierung innovativer Forschungsprojekte und anspruchsvoller Projektarbeiten genutzt werden.

Unsere Laborausstattung im Überblick

Altersimulationsanzug und Pflegehilfsmittel

Ein Ziel des Studiums ist es, den Studierenden die Situation von hilfs- und pflegebedürftigen Menschen möglichst authentisch nahe zu bringen. Hierzu steht ein sogenannter Alterssimulationsanzug zur Verfügung, mit dem  verschiedene Beeinträchtigungen wie z.B. Seh- und Hörschwäche, Bewegungseinschränkungen, Tremor oder Muskelschwäche am eigenen Körper erfahren werden können.

Darüber hinaus steht eine umfangreiche Auswahl verschiedener technischer Hilfsmittel zur Verfügung, die von den Studierenden getestet und beurteilt werden können. Hierzu zählen z.B. Gehhilfen, Rollstühle, Rollatoren, Krankenbett, Hilfen zum Transfer sowie Hilfsmittel in Badezimmer und der Küche. In Übungseinheiten werden im Labor Techniken und Methoden zur Unterstützung von Pflegebedürftigen exemplarisch vorgestellt und ausprobiert.

Future Care Lab

Experimentalsystem intelligente assistive Lebensumgebungen

Technische Assistenzsysteme und technologiegestützte Dienstleistungen für die Pflege, häufig auch unter dem Begriff Ambient Assisted Living (AAL) zusammengefasst, haben das Potential, pflegebedürftigen Menschen lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen und können dazu beitragen, knappe Ressourcen in der Pflege effizienter einzusetzen.

Zur bedarfsgerechten Entwicklung von AAL-Systemen sind jedoch Infrastrukturen (insbesondere Integrations- und Evaluationsplattformen) und Netzwerke (Kooperationsplattformen) notwendig, die eine umfassende Entwicklung von AAL-Systemen und Dienstleistungen unter Einbeziehung von Anwendern ermöglichen.

Genau diese Lücke zwischen Forschung und Praxis soll das Experimentalsystem „Future Care Lab“ schließen: Als Infrastruktur und Forschungsplattform für die interdisziplinäre, kooperative Entwicklung unter Einbeziehung von Anwendern soll es die Grundlagen dafür schaffen, Innovationshürden zu überwinden und den Transfer von technischen Entwicklungen in breit anwendbare und erfolgreiche AAL-Lösungen erheblich beschleunigen. Dazu soll es im Rahmen eines sog. „Living Lab“-Ansatzes eine Entwicklungs- und Testumgebung bieten, in der Anwender und Forscher gemeinsam Lösungsansätze unter realen Anwendungsbedingungen effizient konzipieren, ausarbeiten und evaluieren können.

Planspiel Betriebswirtschaftslehre im Krankenhaus

Das Planspiel Betriebswirtschaftslehre im Krankenhaus ist ein Brettspiel, welches den Weg eines Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung begleitet und betriebswirtschaftlich analysiert.

Im Rahmen des Spieles können Prozesse im Krankenhaus simuliert und Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden. Es dient zum einen der Veranschaulichung als auch der Anwendung betriebswirtschaftlicher Abläufe im Krankenhaus. Anhand des Spieles können auch Herausforderungen des gesamten Gesundheitssystems diskutiert werden.

Es eignet sich sowohl für Studenten mit gesundheitswissenschaftlichem Hintergrund auch für Studenten der Betriebswirtschaftslehre.

Gesellschaft als Labor

Gesellschaftswissenschaftliche Forschung findet meist im „Außendienst“ statt – die Gesellschaft, in der wir leben, ist ein einziges großes Labor. Langfristige gesellschaftliche Prozesse (z.B. Wertewandel, Wandel der Lebens- und Konsumgewohnheiten, Wandel der Arbeitswelt, Globalisierung) lassen sich nicht in einem abgrenzbaren Laborsetting simulieren oder vermessen.

An der Fakultät „Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft“ wird der anwendungsbezogene Ansatz „Gesellschaft als Labor“ konsequent in die Lehr- und Forschungspraxis umgesetzt: Durch empirische Feldforschung, Lehr- und Studienprojekte, Exkursionen und durch „öffentliche Soziologie“, die sich in gesellschaftliche Debatten einmischt und damit gesellschaftliche Transformationsprozesse nicht nur beobachtet sondern auch selbst mitgestaltet. 

Medizinische Diagnostik

Warum zückt der Neurologe den Reflexhammer, wieso die Kardiologin das Stethoskop?

In unserem Praktikum für Medizinische Diagnostik erhalten Sie Einblicke in die Hintergründe. Im Einsatz moderner diagnostischer Experimente mit Herzmikrophon oder Messung der Nervenleitgeschwindigkeit erzielen Sie bereits im Grundpraktikum vielseitige Ergebnisse zu wichtigen diagnostischen Ansätzen und Interpretationen.

ADInstruments

Interviewausstattung

Durch den hohen Praxisanteil im Studiengang Angewandte Gesundheitswissenschaften sind Besprechungen und Interviews im Rahmen der Projektarbeiten unverzichtbar. Für die Aufzeichnung besitzt der Studiengang 6 Aufnahmegeräte (Olympus DM-650) mit dem idealtypischen Einsatzgebiet für Interviews.

Die Aufnahmegeräte eignen sich sowohl für Einzel- als auch Gruppeninterviews. Für ein erleichterndes Transkribieren der Interviews stehen zudem 6 Fußpedale zu Verfügung.

Bei Bedarf können sich Studierende die Aufnahmegeräte mit entsprechender Ausstattung (Kopfhörer, USB-Kabel, Handbuch, Fußpedal) ausleihen.