Innovations- und Genderforschung
Technik und technologische Entwicklungen sind ebenso wie Wissenschaft und Wissen nicht wertneutral. In ihnen sind kulturelle und gesellschaftliche Strukturen und Sichtweisen eingeschrieben, die auch in den Geschlechterverhältnissen der jeweiligen Gesellschaften zum Ausdruck kommen. Umgekehrt beeinflussen in einem vielschichtigen Kräfte- und Wechselverhältnis die Geschlechterverhältnisse die Entwicklung von Gesellschaft, Wissenschaft und Technologien. In Zeiten wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Veränderung werden bestehende Geschlechterbilder und -verhältnisse verstärkt hinterfragt und modifiziert.
Die Genderforschung hat unter anderem die Aufgabe den Einfluss von Geschlecht auf die Konstruktion dieser Prozesse und Entwicklungen zu untersuchen.
Die Beteiligung von Frauen in hochqualifizierten naturwissenschaftlichen und technischen Berufen ist weltweit gering – jedoch von Land zu Land sehr unterschiedlich. In einer immer wichtiger werdenden Wissensgesellschaft werden jedoch zunehmend hochqualifizierte Fachkräfte benötigt. Die derzeitige demographische Entwicklung in Europa und der sich bereits jetzt abzeichnende Mangel an Fachkräften haben dazu geführt, dass die seit Jahrzehnten geforderte Gleichberechtigung von Frauen und Männern von Seiten der Wissenschaft, Politik und Industrie verstärkt in den Blickpunkt geraten sind. Deshalb werden von Bund, Ländern und der EU auf verschiedenen Ebenen unterschiedliche Maßnahmen zur Chancengleichheit gefördert.
Die Hochschule Furtwangen ist seit vielen Jahren in Projekten der Innovations- und Genderforschung aktiv. Beispielprojekte sind:
F.I.T
Netzwerk Frauen.Innovation.Technik (F.I.T) Baden-Württemberg
Projektstart: Oktober 2001
Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
ESGI
European Study on Gender Aspects of Inventions – Statistial survey and analysis of gender impact on invention
Projektstart: Oktober 2006
Gefördert im 6. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission
E²xzellenz
Blended Learning Angebot für exzellente Master-Studentinnen der Naturwissenschaft und Technik auf dem Weg zur Führungskraft
Projektstart: Februar 2008
Das Projekt "E²xzellenz" wird im Auftrag der Landesstiftung Baden-Württemberg durchgeführt und ist Teil ihres Programms "Chancen=Gleichheit. Gleiche Chancen für Frauen und Männer." Das Ministerium für Arbeit und Soziales und das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg begleiten das Programm und sind von der Landesstiftung mit der Projektträgerschaft beauftragt.
EFFINET
Effizienz und Innovativität von homogenen und heterogenen ErfinderInnenteams in Forschung und Entwicklung
Projektstart: April 2009
Die EFFINET Studie untersucht die Frage, ob und wie sich geschlechterhomogene und -heterogene Teams in Forschung und Entwicklung patentanmeldender Unternehmen in Deutschland in ihrer Arbeitsweise und Effizienz unterscheiden. Ebenfalls erforscht wird, inwieweit sich Organisationsstrukturen auf die innovative Kompetenz und Erfindungsleistung von Gruppen und Individuen auswirken. Aus den Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen entwickelt, um die Chancengleichheit von Frauen und Männern in Forschung und Entwicklung zu fördern. Das Projektwird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Europäischen Sozialfonds kofinanziert.
Projektleitung jeweils:
Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Busolt
Raum: C 3.05
Telefon: 07720/307-4248
E-Mail: buu@hs-furtwangen.de