Studieninteressierte mit Behinderung und/oder chronischer Krankheit können bei der Bewerbung für ein Erststudium einen Sonderantrag (Härtefallantrag, Antrag auf Nachteilsausgleich) stellen. Bei der Genehmigung solcher Anträge setzt die Hochschule strenge Maßstäbe an.

Härtefallantrag

Im Rahmen der Vorabquote werden an der Hochschule Furtwangen 5% der Studienplätze für Fälle außergewöhnlicher Härte vergeben. Im Rahmen dieser Quote führt die Anerkennung eines Härtefallantrages ohne Beachtung der Auswahlkriterien (Auswahlverfahren, Wartezeit) unmittelbar zur Zulassung vor allen anderen Bewerbern. Die amtlich ausgewiesene Schwerbehinderung allein ist für die Anerkennung eines Härtefalls nicht ausreichend.

Ein Härtefallantrag  muss ausführlich begründet werden. Zum Nachweis müssen geeignete Unterlagen (z.B. fachärztliches Gutachten, ggf. zusätzliche Nachweise wie Schwerbehinderten-ausweis, Feststellungsbescheid des Versorgungsamt) beigefügt werden. Es müssen in der Person so schwerwiegende gesundheitliche, soziale oder familiäre Gründe vorliegen, dass es nicht zugemutet werden kann, auch nur ein Semester auf die Zulassung zu warten. Es muss also eine besondere Ausnahmesituation vorliegen. Die Grundlage für einen Härtefallantrag ist § 12 Hochschulvergabeverodnung HVVO des Landes Baden-Württemberg).

Beispiele für begründete Härtefallanträge aufgrund besonderer gesundheitlicher Umstände, die die sofortige Zulassung erfordern:

  • Krankheit mit der Tendenz zur Verschlimmerung, die dazu führen wird, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft die Belastungen des Studiums in diesem Studiengang nicht durchgestanden werden können.
  • Behinderung durch Krankheit; die berufliche Rehabilitation kann nur durch eine sofortige Zulassung zum Studium sichergestellt werden, weil aufgrund der Behinderung eine sinnvolle Überbrückung der Wartezeit nicht möglich ist.

  • Beschränkung auf ein enges Berufsfeld aufgrund körperlicher Behinderung; das angestrebte Studium lässt eine erfolgreiche Rehabilitation erwarten.

  • Notwendigkeit der Aufgabe des bisherigen Studiums oder des bisherigen Berufs aus gesundheitlichen Gründen; eine sinnvolle Überbrückung der Wartezeit ist aus diesen Gründen nicht möglich.

  • Körperliche Behinderung; die Behinderung steht jeder anderen zumutbaren Tätigkeit bis zur Zuweisung eines Studienplatzes im Wege.

  • Beschränkung in der Berufswahl oder Berufsausübung infolge Krankheit; aufgrund dieses Umstandes Hinderung an einer sinnvollen Überbrückung der Wartezeit.
    (Quelle: hochschulstart.de)

Antrag auf Nachteilsausgleich (Verbesserung der Wartezeit)

An der Hochschule Furtwangen werden nach Abzug der Vorabquoten 10% der Studienplätze über Wartezeit vergeben. In der Wartezeitquote erfolgt die Vergabe der Studienplätze allein nach Anzahl der Wartesemester. Wartesemester sind die Anzahl der Halbjahre, die seit Erwerb der Hochschul-zugangsberechtigung verstrichen sind, ohne dass der Bewerber beziehungsweise die Bewerberin an einer Hochschule eingeschrieben war.

Aufgrund von einer Behinderung und/ oder einer chronischen Krankheit kann es sein, dass sich der Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung verzögert hat. In diesem Fall wird bei der Auswahl nach Wartezeit ein früherer Zeitpunkt des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung zugrunde gelegt, das heißt die Wartezeit wird „verbessert“. Die Bewerberin oder der Bewerber nimmt dann an der Auswahl mit einer Wartezeit teil, die voraussichtlich ohne die Verzögerung erreicht worden wäre.

Folgende Unterlagen müssen zusätzlich zum Zulassungsantrag eingereicht werden:

  • Nachweis des Antragsgrunds (z.B. fachärztliches Gutachten, Feststellungsbescheid des Versorgungsamts)

  • Nachweis, wie sich der Antragsgrund auf den Zeitpunkt des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung ausgewirkt hat (Kopien der Schulzeugnisse)

  • Bescheinigung der Schule über Gründe und Dauer der Verzögerung beim Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung

  • Gegebenenfalls weitere Belege